Damen 1: Gegen Vogelsberg war nichts zu holen

Hessenliga Damen verlieren zuhause klar mit 2:8.

Die Videos von dem Spiel sind diesmal die kompletten Spiele nicht nur die Highlights. Einige wird es freuen, einigen ist das zu lang. Immer die Highlights herauszuschneiden ist eine sehr zeitintensive Arbeit und oft gab es dadurch gar keine bewegten Bilder.

Dass es gegen die in der Rückrunde mit einer neuen Nummer Eins (über 1900 TTR-Punkte) verstärkte Mannschaft von der TTG Vogelsberg wohl eine Niederlage geben würde, war allen Beteiligten von Anfang an klar. Hatte man das Hinspiel ja schon, wenn auch etwas unglücklich, verloren. Daher war das Ziel zum einen die damals knapp verlorenen Spiele des Hinspiels zu gewinnen und zum anderen gegen die neue Nummer Eins eine gute Leistung zu zeigen hatte diese bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt nur einen Satz abgegeben.

Doch der Reihe nach. Die Doppel wurden wie gewohnt aufgestellt: Jana mit Claudia und Cornelia mit Maria. Die taktische Variante unsere Nummer Eins und Zwei zusammen spielen zu lassen war keine Option, da bis jetzt immer ein Doppel durchkam und kein knappes Ergebnis erwartet wurde. Somit oblag es Claudia und Jana gegen Vogelsbergs Spitzendoppel anzutreten. Die erste Gelegenheit mit der Nummer Eins von Vogelsberg auf Tuchfühlung zu gehen. Diese spielt im Übrigen auf der Vorhand kurze, auf der Rückhand lange Noppe.

In den ersten Satz kamen unsere Mädels gut rein. Claudia konnte auf das Material gut eröffnen und Jana finalisieren. So ging der erste Satz mit 11:7 an uns. Im zweiten Satz lief es dann umso schlechter. Jana kam mit dem Material nicht gut zurecht daher versuchten sie ihr Heil in der Flucht nach vorne was zu vielen schnellen Fehlern führte (1:11). Auch Satz drei ging an Vogelsberg. Deren Nummer Eins hatte sich nun besser auf Claudia eingestellt und spielte sie anders an als noch im ersten Satz (6:11). Der vierte Satz lief dann deutlich besser als Satz 2. Trotzdem reichte es am Ende nicht (8:11).

Am Nachbartisch bot sich ein ungewohntes Bild. Maria und Cornelia hatten in den vergangenen Spielen gezeigt, wie gut sie im Doppel zusammenspielen können. Daher war es verwunderlich, dass sie gegen das schwächere Doppel glatt in drei Sätzen verloren (-9, -6, -10).  Somit lag man zum ersten Mal in dieser Saison nach den Doppeln mit 0:2 in Rückstand.

Nun ging es in die ersten Einzel. Während Maria es mit der Nummer 1 zu tun bekam, musste Claudia gegen Vicky Jöckel ran. Jöckel (1710 TTR), immerhin seit kurzem Hessenmeisterin der Damen A Leistungsklasse, konnte nur im ersten Satz wirklich mithalten. Dennoch behielt Claudia in der Verlängerung die Oberhand und gewann am Ende das Spiel mit 3:0.

Maria hatte am „Videotisch“ der Nummer Eins nichts entgegenzusetzen. Ein ums andere Mal ließ ihre Gegnerin ihre Klasse aufblitzen und gewann deutlich zu 4, 6, 5. Zwischenstand (1:3).

Das es das hintere Paarkreuz ebenfalls schwer haben würde war abzusehen. Spielt jetzt doch die ehemalige Nummer Zwei hinten. So wurde das Spiel zwischen Cornelia gegen Vivien Jöckel (1616 TTR) zur klaren Angelegenheit. Mit -2, -3, -4 musste sie sich geschlagen geben, wobei sie zur keiner Zeit an ihre Leistungen der letzten Spiele anknüpfen konnte.

Jana hingegen konnte sich Chancen gegen Sina Marie Jöckel ausrechnen. Fällt sie doch punktemäßig etwas gegen die anderen ab (1423 TTR). Satz eins begann auch vielversprechend mit einem 11:9 Sieg. Die Sätze 2, 3 und 4 gingen an Jöckel, wobei Jana im Satz 4 lange führte, dann erst einen Matchball abwehren musste bevor sie in der Verlängerung selbst Satzball hatte. Leider konnte sie den Punkt nicht machen und verlor am Ende 11:13. Zwischenstand: 1:5

Jetzt kam es zum heiß ersehnten Spitzenduell zwischen Claudia und Ashlesha Gautam Trehan. Claudia mit einer (vermeidbaren) Niederlage in der Rückrunde gegen Gautam, die bis überhaupt erst einen Satz abgegeben hatte. Leider fand das Spiel nicht am „Videotisch“ statt, weshalb ein schneller Umbau von Nöten war, damit wir hier das Spiel präsentieren können. Durch die weitere Entfernung leidet leider die Qualität. Trotzdem ein Spiel, was man gesehen haben muss. Von Beginn an wich Claudia der extrem unangenehmen und gefährlichen Rückhand ihrer Gegnerin nicht aus und zog ihr gewohntes Topspin Spiel durch. Nach teilweise spektakulären Ballwechseln ging Satz eins mit 11:7 an Claudia. Ein super Start. Was sie dann jedoch im zweiten Satz spielte war gleich zwei Klassen besser und erinnerte an Regionalligazeiten. 11:4 fegte sie die Inderin vom Tisch, die überhaupt kein Mittel gegen das Spiel von Claudia fand. Somit hatte Claudia ihr schon mehr Sätze abgeknöpft wie die gesamte restliche Liga. Jetzt hieß es den Lohn auch einzufahren. 6:3 stand es in Satz 3 und die Sensation bahnte sich an…als das Spiel kippte. Quasi in letzter Verzweiflung änderte die Vogelsbergerin ihre Aufschläge. Sie machte nur noch scharfe Rollaufschläge mit der langen Noppe und schoss, sofern Claudia den Return auf den Tisch brachte, direkt mit der Vorhand nach. Dadurch aus dem Konzept gebracht, konnte Claudia auch bei eigenem Aufschlag kaum noch punkten und verlor den Satz 7:11. Jetzt hieß es Nerven bewahren doch in Satz 4 wollte sie es mit der Brechstange versuchen und spiele viel zu hart und direkt. Ganz klar ging der Satz an Gautam (5:11). War das Spiel gekippt? Die Lockerheit musste wieder her. Keine direkten Punktgewinne, sondern ruhig 3-4x auf die Noppe ziehen. Ging doch im Satz 1 auch. So war der Plan. Es wurde ein Krimi. Nach 1:1 bei Aufschlag Claudia brachten beide Spielerinnen immer ihre beiden Aufschläge durch, so führte Gautam immer mit 2 Punkten und Claudia konnte immer nur ausgleichen. So ging es bis 9:9 als Claudia das erste Mal in dem Satz „breaken“ konnte und damit Matchball hatte. Den ließ sie sich dann auch nicht nehmen und gewann am Ende verdient mit 11:9 (3:2). Sensationell. Danach war sie nicht mehr einzufangen.

Irgendwie war es gebrauchter Tag für Maria. Parallel zu dem Spiel von Claudia verlor sie am anderen Tisch gegen Vicky Jöckel überraschend klar mit 0:3. „Ich war heute einfach zu langsam“ war ihr Resümee nach dem Spiel. Zwischenstand: 2:6.

Die letzten zwei Partien des Tages bestritten Jana und Cornelia. Jana sah dabei gegen Vivien Jöckel deutlich besser aus als Cornelia in ihrem Spiel gegen Vivien. So konnte Jana sogar den dritten Satz für sich entscheiden (11:7) musste sich am Ende jedoch geschlagen geben (1:3).

Cornelia hingegen hatte Sina Marie Jöckel im ersten und weite Strecken des zweiten Satzes im Griff. Mit 11:3 gewann sie Satz 1 und führte im zweiten Satz 9:3 ehe sie, ähnlich wie schon in Morschen, plötzlich aufhörte ihr Spiel durchzuziehen. So stand es plötzlich wieder 10:10 diesmal jedoch konnte sie den Kopf nicht mehr aus der Schlinge ziehen und verlor den Satz 10:12. Danach kippte das Spiel. Cornelia spiele noch ordentlich mit, jedoch war die Souveränität weg. Satz 3 und 4 gingen mit -9 und -8 an Jöckel, die damit das Einzel und das gesamte Spiel für Vogelsberg entschied.

Fazit: Eine zwar erwartete, jedoch in dieser Höhe doch ein wenig überraschende Niederlage. Der Sieg von Claudia gegen Gautam Trehan war der Lichtblick, der den sonst gebrauchten Tag für alle deutlich angenehmer machte.