Damen 1: Werden Wunder wahr?

Werden Wunder wahr?

10:45 Uhr, ein Auto fährt mit 30 km/h durch Richelsdorf, die Angst, die erste vor der Halle scheint die Fahrerin zu bremsen. Doch was ist denn da los? Überpünktlich und stolz wie Bolle steht der Rest der Mannschaft schon vor der Halle und wartet auf die Öffnung der Hallentore. Und auch die heutigen Gegnerinnen aus Rennertehausen hatten ihre 140 km schon hinter sich.

Unser heutiges Aufgebot: Claudia, Ich, Malin und Elvira. Was fehlt? Richtig, Coco und dann auch noch das Verbindungskabel für die Musik-Lautsprecher in der Halle. Aber von sowas lassen wir uns ja zum Glück nicht von Wundern abhalten.

Nach routinierter und hochprofessioneller Schnick-Schnack-Schnuck Taktik standen Elvira und Malin im Doppel 1. Der Start verlief gut doch im Endeffekt mussten die beiden sich 0:3 geschlagen geben. Claudia und ich starteten souverän mit einer 2:0 Satzführung, verloren dann jedoch das kleine Etwas namens Ball etwas aus den Augen, 2:2. Kurzes Augenreiben in der Satzpause, 11:6 im fünften Satz – geht doch!

„Ist das Knacken im Knöchel normal?“, beruhigende Fragen stellte Claudia am heutigen Tag vor ihrem ersten Einzel, aber zum Glück war das altbekannte Eisspray mit von der Partie. Zack, Zack, Zack – 3:0. So einfach kann es sein und durch Claudias Sieg gegen Landau stand es 2:1 für uns.

Jetzt durfte ich, heute also an Position 2, gegen die Nummer 1 ran. Wie im Traum schnappte ich mir den ersten Satz. Aber einfach kann ja jeder, die nächsten beiden Sätze gingen an Klaus-Materna, ehe ich alle meine Energiereserven zusammenraufte und den vierten Satz mit 11:9 gewinnen konnte. 7:10 im 5. Satz, das wird nichts mehr. 10:10 – oder doch? Mit 11:13 und somit einer Niederlage musste ich mich dann aber doch vom Tisch verabschieden.

Nun war Elvira am Zug. Den ersten Satz musste sie zwar an Engelbach abgeben, doch dann war sie angekommen im Spiel. Satz 2 und 4 gingen an Elvira und somit durfte auch sie in den fünften Satz einziehen. Leider zog auch sie den Kürzeren und musste Engelbach zum Sieg gratulieren. Auch Malin am Nachbartisch musste trotz allen Versuchen ihrer Gegnerin gratulieren. Zwischenstand 2:4.

Ab ging es in die nächste Einzelrunde für Claudia. Der erste Satz ging an Klaus-Materna, aber dann eine brachiale Rückhand hier, eine brachiale Vorhand da und das Spiel ging mit 3:1 an Claudia. Und auch für mich ging es am Nachbartisch gegen Landau weiter. Ein verrücktes Spiel, bei dem ich in jedem Satz entweder auf Wolke 7 schwebte oder den Ball aus der Bande fischte. Also musste die Entscheidung erneut im 5. Satz folgen. Zunächst entschied ich mich dafür, den Ball aus der Bande zu fischen, bis mir einfiel, dass es keinen nächsten Satz mehr geben wird. Was auch immer ich nach 1:7 Rückstand anstellte, da war das Ding – 11:8! Zwischenstand 4:4 – Ausgleich.

Weiter ging es mit Elvira und Malin. Beide waren furchtbar motiviert, nur leider waren unsere Gegner das auch und zeigten sich von ihrer besten Seite. 0:3 in beiden Partien und somit insgesamt 4:6. Und für Elvira, auf der geliebten Position 3 wo es zwischen den Partien ganze 20 Sekunden Pause gibt, ging es sofort weiter. Und ich wurde auch noch an den Zählertisch gelotst, ob das ein gutes Omen war, wo ich mich doch immer so gut davor drückte? Elvira wollte es auf jeden Fall wissen! Zu mir sagte sie noch: „Puh, das wird jetzt eine schnelle Geschichte gegen die 1.“ Von wegen! 2:0 für Elvira, Blitzstart, Traumstart oder was war das? Ja das war es. Doch Klaus-Materna kam zurück, und wie. 4:11 im fünften Satz.

Zwischenstand 4:7, es wurde also langsam brenzlig. Aber dagegen hatte Claudia noch was einzuwenden. Ganze 7 Punkte erlaubte sie ihre Gegnerin. Nicht gerade großzügig, aber furchtbar effektiv – 5:7, wir sind noch im Rennen.

Nun also ich gegen die Nummer 3, und heute lief es doch bisher fast aalglatt in meinem Spielrhythmus. Ich würde das bisher gerne streichen, doch mich verließen nach 15 Sätzen und fast genauso vielen Bananen die Energie. Ich wehrte mich, gewann den dritten Satz nach 7:10 Rückstand und einem phänomenalen Time-Out, doch es reichte nicht mehr.

Man könnte jetzt schreiben, dass wir 5:8 verloren haben. Zum vierten Mal. Man könnte sagen: „Wunder werden wahr!“. Aber es hat ja niemand gesagt, dass das heute und hier der Fall ist.

Ein großes Dankeschön an alle Zuschauer und natürlich an Robert für die großartige Unterstützung in der heimischen Halle!