Damen 1: Das Wort mit „H“

An diesem Samstag ging die Reise für uns in das bereits vereiste Unterrieden. Britta fragte mich bei der Ankunft, ob bei mir denn schon der tiefste Winter eingebrochen sei? Vor lauter Kopfschütteln fiel mir fast die Kapuze vom Stirnband-bedeckten Kopf.

Nun ja, wir betraten eine, sagen wir mal minderbeleuchtete Halle, in der ich abrupt meine Winterutensilien von mir riss, denn die Heizung hatte wohl die bessere Energiequelle, als die St. Martin tauglichen Lämpchen an der Decke. Kuschelig, dunkel, 18:30. Die besten Voraussetzungen, um ein spannendes Sportereignis abzuliefern, oder?

Ruhe wurde zu Beginn Monika und Britta gegönnt, denn das Doppel der Gegner schenkte auf Grund von Verletzungsproblemen der Nummer 1 ab, welche ihre Reserven für die Einzelpartien behalten wollte.  

Na klar, Malin und ich, wir sind ja noch jung und können ackern. Nachdem ich den ersten Aufschlag des heutigen Tages erstmal warmherzig ins Netz beschleunigte und wir im ersten Satz so gar nicht aus dem Quark kamen, wurden wir dann aber doch noch wach. Am Ende konnten wir unsere Leistung laufend steigern und mit einem 11:3, im vierten Satz, das Doppel sichern. 2:0.

Malin durfte nun gegen die bisher geschonte Nummer 1 der Gastgeber ran. Und alles was Britta und Monika im Doppel nicht abbekamen, bekam Malin jetzt ab. Mit Noppen auf der Rückhand und einem happigen Damen-Schupf auf der Vorhand nahm sie Malin das Spiel 3:0 ab. Nicht zu vernachlässigen, dass Leukel zu den stärksten Spielerinnen der Liga gehört.

Eine ebenfalls gute Bilanz konnte auch die heutige Nummer 2 der Gäste, Schad aufweisen. Doch ich fand gut in die Partie, holte im zweiten Satz nach kurzem Nickerchen noch ein 5:9 zu einem 12:10 auf. Und auch den dritten Satz konnte ich mit 13:11 ergattern. 3:1 gesamt.

Britta schien ihr Spiel mit 2:0 Führung schon so gut wie zugemacht zu haben, doch Ludwig drehte noch einmal auf. Und was Britta ja so gar nicht leiden konnte: viele Kommentare im Spiel. Und was geschah: viele Kommentare im Spiel. Etwas verärgert musste sie doch noch in den fünften Satz einziehen und das 7:11 kommentarlos in Kauf nehmen. Auch Monika führte 2:0, ehe sie einen Satz abgeben musste. Aber einer reichte dann auch, und ohne Selbstkritik (zumindest habe ich sie heute nicht gehört) zog sie zufrieden mit 3:1 vom Tisch.

Meine folgenden Sätze gegen Leukel sind schnell beschrieben: Führung, Einbruch, Kampf und doch Pleite. So gelang es mir einfach nicht die Sätze heimzubringen, obwohl ich doch jedes Mal knapp dran war. 4:3 Zwischenstand – ein knapper Spielstand, was ja aber nun keine neue Situation für uns war.

Gestärkt mit Gummibärchen vom letzten Spieltag ging es für Malin jetzt los gegen Schad. Und ich als Zähler, hey! Das kommt nicht so oft vor, denn meist krebse ich schon irgendwo in der Halle rum und hab keine Nerven von Null bis Elf zu zählen. Malin spielte stark auf, und gleichte nach dem ersten Satzverlust zum 1:1 aus. Schad kam wieder ran, doch dann brachte Malin sie im vierten Satz so richtig aus dem Konzept. Der fünfte Satz war ein Nervenspiel, keiner konnte sich so richtig einen Vorsprung verschaffen, bis zum 8:8. Malin schob zwar noch ein Time-Out ein, aber das half leider nicht mehr. 8:11.

4:4. Alles wie immer, oder? Malin und ich machten zwei Experimente zu viel und schon war unser hinteres Paarkreuz mal wieder gefragt. Ohne den Mambo-Song nochmal zu wiederholen, auf Britta und Monika war einfach Verlass. Beide ergatterten ein 3:1 und da war sie wieder, unsere 2-Punkte Führung, 6:4. Unser hinteres Paarkreuz ist übrigens Abwerbe-Resistent, nur, falls jemand auch mal den Song singen wollen würde.

Nun war ich wieder an der Reihe gegen Ludwig. Alles war okay, bis mich kurz das Gefühl überkam, das die Nummer hier heute insgesamt auch mal in die Hose gehen könnte, aber dies entpuppte sich nur als kurze Reaktion meines Gehirn auf zu viel heiße Heizungsluft. 3:1 und somit 7:4.

Leukel zeigte sich wenig eingeschränkt von ihrer Verletzung und auch Monika wurde bestimmt vom Tisch gewiesen. 7:5. Britta spielte jetzt am Nachbartisch gegen Schad und das war nun wirklich keine einfache Aufgabe. Und die Nummer wurde tatsächlich nochmal heiß, denn Malin lag im ersten Satz bereits 6:10 hinten.

Aber es war mal wieder genial und Britta, was auch immer sie da tat, gewann einfach mal 3:0! „Hey, du Champion!“, begrüßte ich sie, zurück auf der Bank. Da kam mir nur ein „Oh Gott, Oh Gott“ entgegen und von Malin ein erleichtertes „Danke, Britta!“.

8:5. Sieg!

Ist das unausgesprochene Wort mit H „Handballtor“?

Da gibt es so ein Wort, das beginnt mit H. Noch bleibt es unausgesprochen. Vielleicht heißt es „Handballtor“?