Damen 1: Auch Gottstreu?!

„Ich dachte ich schaffe es, einmal vor euch da zu sein!“. Nächstes Jahr vielleicht, Britta. Aber nicht heute, denn Malin und ich scharten schon seit 10 Minuten, vor der Halle, mit den Hufen.

Heute hatten wir was vor. Und wir wussten, dass es unangenehm werden könnte gegen Gottstreu, denn die Mannschaft bestand aus drei Abwehrspielerinnen. Ob wir vorher gerechnet haben? Ehrlich, nein. Wir wollten hier heute nicht primär die Herbstmeisterschaft holen, sondern ein gutes Spiel liefern und ganz ohne Rechnerei Leistung bringen, irrelevant, ob die Punkte notwendig waren oder nicht. Vielleicht sollte ich Fußball Manager werden – „Auf die Tabelle gucken wir jetzt nicht!“.

Malin und ich starteten gegen Rölke und Exner. Der erste Satz grenzte unsererseits schon fast an Arbeitsverweigerung. Unkonzentriert, konzeptlos und unsicher. Wir wussten beide, dass das definitiv machbar war, aber wir etwas tun müssen. Es gelang uns besser, aber bei weitem noch nicht gut und auch der zweite Satz ging 13:15 verloren. Im nächsten Satz riefen wir das ab, was eigentlich der Plan war, 11:3. Und trotz 10:8 Führung im vierten Satz, konnten wir uns mit der Partie nicht anfreunden und gaben das Spiel noch 10:12 ab.

Monika und Britta gingen in ihrem Doppel verheißungsvoll 2:0 in Führung, ehe auch sie einen Satz abgeben mussten. Bei 10:9 im vierten Satz behielten die beiden die Nerven und konnten somit 3:1 siegen. 1:1.

Verärgert mussten Malin und ich das verkorkste Doppel jetzt abhaken. Malin machte es gleich im ersten Satz gegen Rölke spannend, 13:15. Den zweiten Satz konnte sie sich konzentriert erarbeiten, 11:7. In den nächsten beiden Sätzen blieb es spannend, Malin war immer dran, doch am Ende ging das Spiel 1:3 verloren. Zwischenstand 1:2.

Und ja, da war ja noch ich parallel, die schon mit dem Gedanken spielte mit der Fußsohle mal liebevoll den Tisch zu berühren. Vor meiner Stirn ein 0:2 Rückstand gegen Exner, ja manchmal kommt der Ball im Tischtennis öfter als zwei Mal zurück. Ich wusste also, wir liegen bereits 1:2 hinten und das wäre hier echt der nächste Schritt in die falsche Richtung. Um jeden Ball kämpfend, erreichte ich doch noch den fünften Satz und holte das Spiel noch mit 11:3.

2:2. War die Nummer hier heute unberechenbarer als gedacht?

Aber unberechenbar und unser hinteres Paarkreuz, das passt ja so gar nicht. Monika lag schon 1:2 zurück, ehe ich mir in der Satzpause nicht verkneifen konnte, ihr den glorreichen Tipp zu geben, nicht auf einen Schupf zu schießen. Und auch Britta verlor den ersten Satz, aber dann kamen die beiden zurück, und wie. Einen kühlen Kopf bewahren, das gelang den beiden immer wieder eindrucksvoll. So brachten sie uns mit zwei gedrehten Spielen zur 4:2 Führung.

Kommt schon, das Herbstblatt, das gehört uns!

Besser als gedacht, und auf der Tribüne gewettet (Herausforderung angenommen!), fand ich in das Spiel gegen Rölke. 3:0 stand es, als ich realisierte, dass das gerade wirklich eine gute Konzentrationsleistung war. Und auch Malin hatte jetzt keine Lust mehr auf Faxen, war darauf eingestellt, dass der Ball immer einmal mehr zurückkommen könnte und kämpfte um jeden Ball. 3:0. Hallöchen, das lässt sich sehen. 6:2.

Das Feuer war definitiv entfacht. Und der Rest ließ sich anstecken. Bei Monika stand es 2:1, ehe sie den vierten Satz mit 11:1 ganz kompromisslos einfuhr. Und Britta? Was spielte sie da heute eigentlich für wunderbar weiche Topspins? Ganz aus dem Häuschen saß ich da und blätterte einen Punkt nach dem anderen um. 3:0.

8:2. So schnell und deutlich, wie wir es noch nicht ein einziges Mal in dieser Vorrunde geschafft haben. Herbstmeister, so unerwartet und erkämpft, wie es keiner von dieser Mannschaft erwartet hätte. Die Mannschaft eingeschlossen.

Mit wenigen Erwartungen gingen wir in die Saison, und der Weg zum Erfolg war immer wieder eine geschlossene Mannschaftleistung. Wir alle haben eine gute Bilanz gespielt. Aufstieg? Erstmal essen wir jetzt ein verdientes Schnitzelchen, und dann feiern wir Weihnachten. Wir wissen, dass die Herbstmeisterschaft noch weit von einem Aufstieg entfernt ist.

Aber es macht Spaß, wir sind alle gut drauf und wir freuen uns auf das, was auch immer da auf uns zukommt.