Damen 1: Dinge, die die Welt nicht braucht

Bericht zum Heimspiel gegen Auedamm.

70 Tage nach unserem letzten Heimspiel geht es wieder los. Und das gleich mit einem der Spitzenspiele, gegen den Tabellendritten aus Auedamm. In der Vorrunde konnten wir ein enges 8:6 einfahren und waren somit auf ein nervenaufreibendes Spiel eingestellt. Auedamm kam mit einer größtenteils veränderten Aufstellung: Söthe, Walther, Ebhardt und Drobe. Können wir das schaffen?

Malin und ich starteten mit einem Satzverlust in unser Doppel, ehe wir uns taktisch einarbeiteten und solide durchspielten. Mit knappen Sätzen und einem 3:1 konnten wir zwar nicht mit den Angebern von nebenan mithalten, Monika und Britta machten mit 3:0 einen kurzen Prozess, aber dennoch verschaffte uns das ganze einen angenehmen und wichtigen 2:0 Grundbaustein.

Taktik war heute irgendwie das Stichwort und so überlegt und ruhig, hatte ich mich selten in einem Spiel, wie heute, erlebt. So konnte ich ein 3:0 gegen Walther einfahren und auf ein willkommenes 3:0 erhöhen. Malin machte dagegen der Abwehrstil von Söthe zu schaffen und sie musste sich 0:3 geschlagen geben.

Nun ging es los für die Angeber aus dem Doppel und sie machten einfach mal da weiter, wo sie aufgehört hatten. Sowohl Monika, als auch Britta haderten nicht lange und erhöhten auf 5:1. 5:1, stimmt das? Das ganze klang gut, aber irgendwie nach einem Haken.

Eine Taktik hatte ich auch gegen Söthe, nur war die Taktik voll für die Katz‘. Als ich Söthe die Hand schüttelte, hätte ich gerne gefragt, ob wir vielleicht nochmal von vorne anfangen könnten? Ich hatte so gar nicht in das Spiel gefunden, was ich mir nun wirklich anders vorgestellt hatte. Malin dagegen löste ihre Sache gegen Walther am Nachbartisch spielerisch gut und konnte weiter auf 6:2 erhöhen.

Dann fehlte ja jetzt nur noch das hintere Paarkreuz und wir könnten nach gut 1,5 Stunden unter die warme Dusche, oder?

Moni lag 1:2 in Sätzen hinten und Britta führte 2:1– beide mussten schließlich in den fünften Satz. Aber Malin und ich waren auf der Tribüne eigentlich guter Dinge, dass die Sache hier geritzt war. Doch der Haken kam und er sollte so einige Nerven folgen lassen. Nachdem Britta 11:5 gewann, unterlag Monika knapp mit 9:11.

7:3 – Immer noch eine hohe Führung, also keine Panik auf der Titanic. Söthe spielte jedoch heute einfach eine Nummer zu stark und so musste auch Monika das Spiel gegen sie abgeben. 7:4. Ich gegen Ebhardt, das sollte ja jetzt endlich der Befreiungsschlag sein, ich führte schließlich schon 1:0. Was dann passierte, kann ich schwer in Worte fassen – war das die Angst vor dem Sieg? Ich lag 1:2 hinten, ehe ich im vierten Satz 4 Matchbälle abwehrte und somit in den 5. Satz ging. Auch hier lag ich 5:9 hinten, holte nach einem überragend mediativen Time-Out noch auf 9:9 auf, ehe mich das Netz und ein Topspin ins Nichts vom Tisch wies. 7:5

Verdammte Axt, was passierte hier gerade? Dinge, die keiner auf der Welt braucht: Führung hergeben.

Malin sichtlich geschockt von den Ereignissen der letzten halben Stunde lag bereits 1:2 gegen Drobe hinten, in einem ebenfalls sicher geglaubten Spiel für uns. Halb den Kopf im Sand steckend, versuchte ich Malin jetzt zum Erfolg zu brüllen, wer hatte uns plötzlich den Stecker gezogen?

Und wer zum Henker, spielte da eigentlich am Nebentisch? „Sag mal, was macht Britta da eigentlich, was passiert hier gerade?“ – trifft es ganz gut. Sie führte einfach mal unauffällig 2:0 gegen die Nummer 2 von Auedamm. Malin konnte es nicht mehr verhindern und es stand 7:6.

Britta scheint wohl entweder keine Nerven zu besitzen oder es hat sie so richtig angestachelt. 11:1. 3:0.

Moni und mir entweicht ein erneutes: „Was passiert hier gerade?“

8:6. Jo, wir schaffen das! Britta hat uns den Allerwertesten gerettet. Der Haken hatte es in sich, was da passiert ist, kann ich auch einen Tag später noch nicht in Worte fassen.

Ergänzung zu Dingen, die die Welt nicht braucht: Führung hergeben und Kochwurst beim Tischtennis.

Während Malin und ich noch sichtlich in der Rolle des Schmollbratens hingen, mussten Monika und Britta uns erstmal klar machen, dass wir gewonnen haben!