Damen 1: Spitzenspiel in Niestetal

Diesen Samstag sollte es nun vorzeitig um die Wurst gehen. Um 18 Uhr auswärts in Niestetal. Ein Sieg würde uns einen weiteren Vorsprung an der Tabellenspitze bescheren.

„Siehste mal, Niestetal!“ – mit Küntzel in der Aufstellung, also einem Aufgebot aus der Hessenliga-Mannschaft, zeigten die Kasseler uns gleich zu Beginn, dass sie uns das Leben schwer machen wollen.

Malin und ich starteten wie die Feuerwehr mit einem 11:1 in die Partie, gegen das bisher ungeschlagene Doppel Mark/Hättich. Darauf folgte ein Satzverlust, doch wir kamen wieder zurück und spielten stark auf. 3:1.

Britta und Monika hatten eine schweres Los gezogen gegen Mergard und Küntzel, aber sie führten schon 2:0! Doch das Doppel nahm leider noch eine ungemütliche Wendung und mit einem knappen 8:11 im 5. Satz stand es nun also 1:1.

Ungemütlich wurde es jetzt auch für mich gegen Mergard, im dritten Satz zauberte ich zwar ein 11:1 aus dem Hut, aber sonst hatte ich nicht viel zu melden. 1:3.

Malin lag bereits 1:2 gegen Küntzel zurück ehe sie ihren Tomatenkopf nochmal richtig zum Glühen brachte und in den 5. Satz einzog. 11:9, Holla die Waldfee, was für eine Vorstellung, Malin! 2:2 – weiterhin blieb alles offen.

Britta präsentierte nun ein souveränes 3:0 gegen Hättich und brachte uns 3:2 in Führung. Währenddessen musste Monika sich 0:3 gegen Mark geschlagen geben und die Partie war wieder ausgeglichen. Der Puls in beiden Teams stieg, bisher konnte sich noch keine Mannschaft hervorheben und alle warteten auf die entscheidende Phase.

Nun startete ich gegen die Reserve aus der Hessenliga und konnte gegen Küntzel ein 3:1 einfahren. Malin musste sich 0:3 Mergard geschlagen geben, und so hatten wir mal wieder gezeigt, dass das vordere Paarkreuz nicht das absolute Noppen-Wunder war. Nun ja, Ausgleich, 4:4. Wie lange sollte das so weitergehen? Es war bereits kurz vor Acht, der durchschnittliche Puls näherte sich der 200-Marke und von Müdigkeit war hier keine Spur.

Monika jetzt gegen Hättich. Den ersten Satz konnte sie 11:9 auf unser Konto verbuchen. 6:11, 6:11. Angstschweiß, ein hibbeliger Zähler auf dem Stuhl und die Spannung stieg. Fünfter Satz war angesagt und der Puls in und außerhalb der Box am Höhepunkt. Britta musste sich parallel 0:3 der clever spielenden Mark geschlagen geben. 10:10 bei Monika. „Wir brauchen jetzt einfach mal einen Fuchs, wirklich!“, dachte ich mir und der Tischtennis-Gott erhörte mich. Aber er war auch ein gerechter Tischtennis-Gott und so kam der Fuchs im nächsten Ballwechsel direkt zurück. 11:11. Gefühlte Stunden später die Entscheidung, 12:14. Verdammte Axt.

War uns Niestetal nun davon gezogen mit 4:6? „Abhaken, wir gleichen jetzt wieder zum 6:6 aus, wir schaffen das!“. Hier war noch gar nichts gelaufen, wir hatten uns so gut geschlagen bis zu diesem Zeitpunkt.

Und als ich dann in der Satzpause nach dem 2:1 gegen Hättich an der Bande stand, zog doch glatt Monika an mir vorbei und haute mal eben raus: „Also ich habe meinen Teil erledigt!“. Ja guten Abend, 3:0 gegen Küntzel, da hat meine Motivationsansprache aber jemand sehr ernst genommen. Im Zugzwang und voll im Tunnel rief ich selbst beim 8:0 noch irgendwas, total paranoid. 3:1. 6:6. 

Nun ging es endgültig um die Wurst und Britta und Malin mussten die Entscheidung herbringen.

Beide verloren den ersten Satz, Monika war am Zähltisch gefesselt und guckte mich mit großen Augen an. Ich tigerte derweil durch die ganze Halle, setzte mich hier und dort hin und eilte an die Bande zum Betreuen. 1:1 an beiden Tischen. Unberechenbar was hier noch passieren kann.

16:14 für Britta zum 2:1. Der vierte Satz ging dann jedoch an Mergard und auch der fünfte Satz sollte es nicht sein. 6:7.

19:21 gegen Malin zum 1:2 in einem unbeschreiblichen Satz und trotz 9:7 Führung im vierten, ging auch dieses Spiel an Niestetal. 6:8.

6:8, ein so gutes Ergebnis, gegen eine Aufstellung, bei der uns der größte Optimist keinen Sieg zugetraut hätte. Die Moral und der Teamgeist haben auf alle Fälle gestimmt! Und gerade weil wir so nah waren, ist es so bitter. Ein Unentschieden wäre gerechtfertigt gewesen, aber wir hatten bei einem 8:6 schon oft das Glück auf unserer Seite.

Das Lächeln müssen heute mal die Lachgummis auf dem Foto für uns übernehmen.

Unseres ist nach 1-monatiger Pause wieder am 08.03 vor Heimpublikum zu sehen!